Sonntag, 29. Juli 2018

Endspurt, Brandenburg - Spandauer Yacht-Club

Plötzlich war alles wieder ruhig. Die ganze Nacht hat der Regen auf das Dach geprasselt. Da treibt es einen aus dem Bett, wenn alles plötzlich so still ist. Nachdem alle beregneten Teile des Bootes übergetrocknet waren, ging es auch schon los. Durch den Silokanal - direkt in die Schleuse! Vor uns fuhr ein Frachtschiff ein und wir konnten die letzte und 62. Schleuse ohne Wartezeit entern. So ging es weiter. Vor uns keine Berufsschifffahrt. Schnell kamen wir voran. Bald kam der Schäferberg-Turm in Sicht. Wenig später kamen andere gewohnte Aussichten auf uns zu, wie der Grunewaldturm. Merkwürdig, das nach vier Jahren wieder aus der Perspektive zu sehen. Kaum in der Scharfen Lanke angekommen, hörten wir lautes Hupen- unser Empfangskommitee. Im Verein wurde darauf erst einmal das eine oder andere Bier verdrückt. Man hat ja Durst bei dieser Hitze! Das Aufräumen ist etwas für morgen.

Samstag, 28. Juli 2018

Das fängt ja gut an, Sportboothafen Calvörde - Brandenburg Bootscenter Chlupka

Das fängt ja gut an! Die bestellten Brötchen werden tatsächlich um 7.00 Uhr auf unserem Deck abgelegt. Kurz darauf können wir nach erfolgreichem Duschen und dem Klarieren von Naima ablegen. Nach dem rückwärts aus der Box fahren steckte Naima im Morast fest. Vorwärts konnten wir uns dann befreien. Der Tiefenmesser zeigte bereits 30 cm unter dem Kiel an und dann - mitten in der Ausfahrt - ein Knall und Naima sprang in die Höhe. Offensichtlich hatten wir einen Stein getroffen, den Naima dann zermahlen hat. Eine neue Schramme im Kiel wird die Folge sein! Nach langer Motorfahrt überquerten wir die Elbe und mussten dann an der Schleuse Hohenwarthe über eine Stunde in gleißender Sonne warten. Dann wurden wir komfortabel zusammen mit einem anderen Motorboot abwärts geschleust. An den 2 darauf folgenden Schleusen wurden wir dafür ohne Wartezeit sofort geschleust. Bei der letzten Schleuse des Tages - Wusterwitz - ergoss sich ein kräftiges Gewitter über uns. Wir beschlossen vor dem Eingang in den Brandenburger Schleusenkanal bei km 61 die Tagesreise zu beenden. Morgen noch eine Schleuse und 61 km Strecke. Heimat - wir kommen!

Freitag, 27. Juli 2018

Marina Heidanger - Sportboothafen Calvörde

Am Abend des Vortages waren wir nach der Beerdigung unseres Nachbarn in Berlin wieder zurück an Bord. Der ICE hatte uns schnell wieder zurück gebracht. Sogar ein Lidlbesuch war noch möglich. Nach einem Absacker im Hafenrestaurant, in klarer Vollmondnacht fielen wir frühzeitig in die Kojen, sodass wir unmittelbar nachdem am Morgen die Brötchen geliefert waren, ablegen konnten. Durch die kleine Einfahrt kamen wir auch wieder problemlos heraus. In der Schleuse Sülfeld, wurden wir hinter zwei Frachtern noch mit zwei Motorbooten in eine Kammer gestopft. Als fast alles gelaufen war, gab der hintere Frachter bei der Ausfahrt zu viel Gas, sodass sich die Motorboote nicht halten konnten und unseren Mast an die Schleusenwand drückten. Die Rücksichtslosigkeit des Frachters Edward war wieder einmal enorm. Wie weit fährt man heute? Gegen 17.00 Uhr kamen wir am Sportboothafen des Flecken Calförde vorbei. Schnell wurde die angegebene Wassertiefe getestet. Wir lagen in zweiten Stand weich fest. Wenig entfernt ein Hotel in dem am Abend Grillfest mit Livemusik gefeiert wurde. Wir mittendrin! Für das leibliche Wohl war gesorgt!

Mittwoch, 25. Juli 2018

Relax? Sachsenhausen - Marina Heidanger, 24.07.2018

Die Sonne brüllt bereits am frühen Morgen ins Schiff! Also, besser in Bewegung kommen. Stündlich steigt die Temperatur um mindestens 3 Grad. Wir haben eine lange Gerade vor uns - Mittellandkanal at its best - Gähn! In Hannover können wir unsere Dieselvorräte erneuern. Wieder ist Alles voll! Dann kommt die Schleuse Anderten, das Älteste, was der Kanal zu bieten hat. Keine Schwimmpoller und kräftig bergauf, mit heftigen Verwirbelungen, die uns ständig hin und her drängen. Da die benachbarte Schleusenkammer gesperrt ist, werden zwei Frachter und drei Sportboote in die Kammer gequetscht. Wir haben kräftig zu tun, Naima parallel zur Schleusenwand zu halten, aber es klappt alles! Trotzdem sind wir beide mal wieder ordentlich gestresst.
Unsere Ermittlungen im Internet zeigen jedoch, dass wir ein Problem mit unserem Tiefgang haben, um Naima nahe einer Bahnstation sicher zu vertäuen. Wir wollen morgen zu einer Beisetzung eines lieben Nachbarn nach Berlin reisen. Doch wir finden das Richtige! Im Stichkanal Salzgitter ist die Marina Heidanger. Wassertiefe 2 m und alles was das Herz begehrt, inclusive gutem Restaurant. Hier können wir Naima einen Tag allein lassen, ohne uns sorgen zu müssen. Wir buchen den ICE ab Braunschweig um 18.01 Uhr am 25.07. und sind am 26., nach der Beisetzung, wieder zurück. Bis dahin liegt Naima hier in einem Idyll. Ich hätte nicht gedacht in der Region zu Relaxen.

Montag, 23. Juli 2018

Sachsen, zum Zweiten , Dörenthe-Sachsenhagen

Bereits um 6.30 Uhr waren wir unterwegs. Der Tank war voll und die Reservekanister leer. Also versuchten wir an der Tankstelle am Eingang des Mittellandkanals diese wieder zu füllen. Grundsätzlich ging das, jedoch forderte die Tanke zum Preis von 1,44€/l noch einen Mindermengenzuschlag von 15,00€. Das war für uns zu viel des Guten. Ohne Reserven ging es weiter. Morgen werden wir versuchen zu tanken! Man hofft immer einen Liegeplatz zu erwischen, der noch eine abendliche Erholung bei Frischpils und Essen ermöglicht. In unserem Führer war Sachsenhagen, mit Sportbootanleger und Restaurantnähe angepriesen. Als wir jedoch am Abend ca. 40km vor Hannover dort ankamen, stellten wir fest, das der Sportbootanleger eine Farce war und alles weit entfernt der zu erwartenden Verköstigung. In dem Moment, als wir dort ankamen, klingelte eine Erinnerung. Hier waren wir auf dem Hinweg schon einmal und fanden es grausam. Also selbst kochen und dann Relax bei kaltem Dosenbier!

Sonntag, 22. Juli 2018

Erholsam - Castrop-Rauxel bis Dörenthe

Nach der morgendlichen Dusche im Gastgeberverein, waren die bestellten Brötchen bereits da. Kurz darauf legten wir auch schon ab. Gegen Mittag waren wir dann an der Schleuse Münster, die uns nach kurzer Wartezeit abwärts beförderte. Also ging es weiter. Bei km 99,5 des Dortmund-Ems-Kanals legten wir uns an den öffentlichen Anleger. Der Weg zum nächsten Restaurant erwies sich als nette Bewegungsübung. Das Restaurant hatte geschlossen. Beim Dönermann wurde dann ein frugales Mahl bestellt, das an Bord verspiesen wurde.

Samstag, 21. Juli 2018

Rhein adee

Es waren noch drei Kilometer bis der Rhein- Herne-Kanal kam. Eine Erlösung! Der Rhein-Highway für die Fracht. Der Wasserstand ist niedrig, also wird für das gleiche Beförderungsgut die doppelte Menge an Frachtern gebraucht. Alle gering beladen, mit gigantischer Geschwindigkeit unterwegs. Daraus folgen Wellen bis zu 1 m. Es wackelt und schaukelt aus allen Richtungen. Dann der Kanal - ca. 6 km langsamere Bootsgeschwindigkeit aufgrund fehlender Strömung, aber ohne diese Hektik! 5 Schleusen erwarteten uns uns, die alle vollkommen stressfrei waren! Nach der vorläufig letzten Schleuse (bis Münster) schlafften wir ab und machten beim AMC Castrop-Rauxel fest. Nach einem Nachmittagsnickerchen und einem Abendessen im nahen Restaurant endete der Abend recht früh.