Samstag, 15. September 2018

Wieder Zuhause – ein Rückblick auf den Segelsommer 2018

Im März wurden wir bereits unruhig und sind mit dem Auto schon mal nach Monfalcone gereist, um Naima in der neuen Segelsaison zu begrüßen. Die Dame war hervorragend durch den Winter gekommen, sodass wir sie sofort ihres Winterkleides entledigen konnten. Putzen, Polieren und Räumen war unsere Beschäftigung für mehrere Tage. Überflüssige Dinge an Bord, die sich nach drei Jahren angesammelt hatten, wurden ins Auto geladen und entlasteten das Schiff, sowie auch den Lebensraum der Mannschaft. Der große Clou war, dass wir uns einen neuen Rollgroßbaum und ein neues Großsegel in Mailand bestellten. Veleria Vigano rückte vereinbarungsgemäß an und nahm alle erforderlichen Maße. Wir fuhren dann wieder nach Berlin, um zuhause die restlichen Dinge zu richten.
Am 24.04. ging es dann endlich los. Wir fuhren über Mauern (dem Wohnsitz unserer Tochter mit Familie) nach Monfalcone. Doch vor dem Vergnügen kommt immer die Arbeit. Behandlung der Teakflächen, Motorwartung, das Schiff für den Landtransport vorbereiten und putzen .... . Der neue Rollbaum wurde installiert, das Großsegel eingezogen und alles im Stand ausprobiert.
Nach einer Probefahrt auf der alle Vorbereitungen getestet wurden, verloren wir beim Rückwärts in den Stand fahren den Propeller. Nach langer Wartezeit auf einen Taucher, wurde der Propeller am 14.05. von Diesem, nahezu direkt vor unserem Liegeplatz aus dem Wasser geborgen. Ein Glücksfall, der seines Gleichen sucht! Sofort wurde Naima aus dem Wasser genommen, um jetzt mit größter Umsicht den Propeller wieder anzubauen. Da sich ein Sicherungsblech aufgebogen hatte, wurde natürlich ein Neues beschafft und verwendet! Das werden wir jetzt in jedem Jahr so handhaben.

Nun war alles für die Reise in diesem Jahr gerüstet. Am 16.05. liefen wir in Umag ein und entrichteten dort alle Eintritts- und Befahrgebühren für 30 Tage Kroatien (1563 Kuna/7=€). Es folgte eine Etappe nach Novigrad, bei intensivem Donnergrollen über Land. Unterwegs bargen wir ein herrenlos treibendes Beiboot um es in Novigrad einem Hafenmitarbeiter zu schenken. Bei dieser Aktion prellte sich der Skipper mehrere Rippen, sodass er etliche Wochen eingeschränkt handlungsfähig war. Da wir Rainer und Sabine Drucker am 20.05. in Pula an Bord begrüßen wollten, zogen wir am Folgetag erneut unter Gewitterbegleitung bis zur Marina Veruda bei Pula durch. Jetzt störten uns die Unwetter nicht mehr, da wir pünktlich am verabredeten Ort waren.

Mit Druckers an Bord trieb uns der Wind nach Mali Losinj in den Stadthafen, von dort in den kleinen Hafen der Insel Ilovik. Schwer trennten wir uns am Folgetag von der netten kleinen Insel um nach Veli Rat auf der Insel Dugi Otok weiter zu segeln. Die Sonne hatte sich versteckt und dabei den Wind mitgenommen, sodass wir den Dieselwind arbeiten lassen mussten. Von Dugi Otok zog es uns am nächsten Tag nach Zadar. Die Sonne kam langsam aus ihrem Versteck, zeigte jedoch wenig von dem versteckten Wind. Tags darauf tingelten wir weiter zur Insel Murter in die Marina Betina. Um weiter gen Süden voran zu kommen, segelten wir Tags darauf bei traumhafter Sonne und herrlichem Wind bis nach Primosten in die Marina Kremik. Am 28.05. verließen uns die Beiden wieder im Hafen von Trogir, um entsprechend der Planung von dort wieder nach Berlin zurück zu fliegen.

Ursprünglich wollten wir nun auf die italienische Seite der Adria wechseln, um an der Italienischen Küste wieder nach Norden zu segeln. Alle erfahrenen Fahrensleute rieten uns jedoch davon ab, da die Küste mit Bohrtürmen, Fischreusen und Fischernetzen total verunstaltet sei. Das Befahren der ital. Küste sei bis kurz vor Venedig nur sehr schlecht möglich. Wir entschlossen uns daher, auf dem Weg zurück nach Norden, andere Inseln und Orte in Kroatien anzulaufen. Orte, die wir vorher noch nicht gesehen hatten oder wo es uns besonders gut gefallen hatte.

Von Trogir trieb es uns daher in den kleinen Stadthafen von Primosten. Dort erhielten wir einen der wenigen Mooringplätze. Von dort war für uns Skradin gut erreichbar. Wir sind von dort mit einem Touristenschiff in den Nationalpark Krka gefahren. Die Wasserfälle sind einmalig schön, jedoch rechtfertigt es nicht, dass der Eintrittspreis und die Liegegebühren derartig hoch sind. Von dort zog es uns zurück nach Sibenik in die Marina Mandala. Die Stadt zeigte sich von ihrer schönsten Seite. Es war ein Genuss von der Marina mit einem Elektro-Taxiboot direkt in die Altstadt fahren zu können. Sofort war man mitten im Geschehen.

Da wir beabsichtigten, in Koper (Slovenien) Naima auf einen LKW der Fa. Schriever zu verladen, machten wir mit dem Unternehmen einen vorläufigen Verladetermin für die 28. Woche aus. Von diesem Zeitpunkt an, hatten wir ein Ziel, das wir auch pünktlich erreichen wollten. Da wir nicht wussten, ob der Wettergott uns weiterhin wohl gesonnen war, setzten wir uns selbst unter Zeitdruck. Wir wollten rechtzeitig vor Ort sein, jedoch sollte Naima auch noch in Venedig anlegen. Also hatten wir noch etwas vor uns.

Es folgten die Häfen - Marina Betina (Insel Murter) - Biograd (Marina Kornati) - Insel Zut (Luka Hiljata, Restaurant Vison) - Insel Iz (Kuez, Restaurant Baroni) - Insel Dugi Otok (Veli Rat) - Insel Ilovik (Stadthafen) - Insel Losinj (Stadthafen Mali) - Pula (Marina Veruda) - Funtana (Marina Funtana) - Porec (Marina Porec) - Umag (Marina Umag) - Monfalcone (Marina Nautec Mare).

Da wir jetzt konstantes Wetter hatten, mit hohen Temperaturen bis 40 Grad C, gleißender Sonne und leichten Winden, kamen wir auf unserem Weg nach Norden schnell voran. Wir konnten uns sogar in Monfalcone zwei Hafentage gönnen, mit dem Luxus mit dem eigenen Auto einkaufen zu fahren. Von dort trieb es uns nach Grado in die Marina Porto San Vito. Der Abstecher in die Altstadt von Grado mit dem alten Hafen mitten im Zentrum war ein besonderes Erlebnis. In den Hafen Porto San Vito konnten wir erst am Nachmittag bei Flut einlaufen. Tags darauf mussten wir fast bis zum frühen Nachmittag warten um den Hafen wieder verlassen zu können. Unser Weg nach Venedig führte uns dann weiter nach Lignano, in die Marina Uno, einen Hafen, den wir auch bei Ebbe anlaufen konnten. Daher verließen wir Lignano früh um bis nach Venedig weiter zu fahren. Am 20.06. liefen wir vorbei an Punta Sabbioni in der Marina Santelena ein. Drei Tage durchstreiften wir die Lagunenstadt. Dann trieb es uns über die Stationen Marina Uno (bei Ebbe), Marina di Izola nach Koper. Dort waren wir am 27.06. pünktlich im Hafen fest.

Am 29.06. wurde Naima auf einen Tieflader verladen und bis nach Saal an der Donau transportiert. Da Naima nur Nachts und begleitet transportiert werden konnte und der Fahrer Pausenzeiten einhalten musste, nahmen wir unser Boot am 3.7. in Saal wieder in Empfang. Sofort wurde Naima ins Wasser gesetzt und für die Kanalfahrt vorbereitet.

Nachdem wir unser Auto nach Berlin gebracht hatten und mit der Bahn zurück gefahren waren, legten wir am 09.07. in Saal ab. Vor uns lagen ca. 1500 km und 62 Schleusen. Die Stationen waren im Main-Donau-Kanal und dem Main - Beilngries, Nürnberg, Erlangen, Viereth bei Bamberg, Mainstockheim, Karlstadt, Miltenberg und Bürgel (bei Offenbach).

Danach wollten wir in Mainz im Rhein pausieren, was wir einem Schleusenwärter mitteilten. Diesen Funkverkehr hörte ein Berufsschiffer mit, der sich daraufhin per Funk bei uns meldete und uns riet noch am gleichen Tag bis nach Lahnstein in der Lahn weiter zu fahren. Der Rhein verlor jeden Tag 5 cm Wassertiefe und hatte jetzt noch 1,95 m Wassertiefe an den flachsten Stellen. Wenn wir bis Lahnstein fahren würden, hätten wir die Flachstellen des Rheins hinter uns und könnten sicher sein, später bis Berlin weiter fahren zu können. Daraufhin folgten wir seinem Rat und zogen unsere Fahrt bis Lahnstein durch. Die Fahrt bei Östrich-Winkel und im Binger Loch war zeitweise sehr spannend, da wir mit der Strömung mit ca. 17 km über Grund unterwegs waren bei zeitweise 10 cm unter dem Kiel. Auflaufen macht bei diesen Geschwindigkeiten keine Freude.
Am darauf folgenden Tag rasten wir den Rhein weiter hinunter bis Duisburg. Dort gingen wir in den Außenhafen und erholten uns einen Tag von der Anspannung.

Die weiteren Stationen waren Castrop- Rauxel, Dörenthe, Sachsenhagen, Yachthafen Heidanger bei Braunschweig, Calvörde, sowie Brandenburg- Plauer See.

Am 29.07. liefen wir gegen 12.30 Uhr in die Scharfe Lanke ein und wurden von Kameraden lautstark im Spandauer Yacht-Club empfangen. Schön, wieder in der Heimat zu sein.
Wenn man eine lange Reise im Kielwasser hat, schaut man auf die erfolgten Leistungen.
So haben wir im Jahr
2015 3700 Flusskilometer bis Sulina und 759 sm bis Nea Peramos
2016 732,4 sm bis Aegina
2017 1190,4 sm bis Monfalcone und
2018 1500 Flusskilometer bis Berlin und 652,7sm bis Koper im Kielwasser gelassen. Ganz ordentlich?

Sonntag, 29. Juli 2018

Endspurt, Brandenburg - Spandauer Yacht-Club

Plötzlich war alles wieder ruhig. Die ganze Nacht hat der Regen auf das Dach geprasselt. Da treibt es einen aus dem Bett, wenn alles plötzlich so still ist. Nachdem alle beregneten Teile des Bootes übergetrocknet waren, ging es auch schon los. Durch den Silokanal - direkt in die Schleuse! Vor uns fuhr ein Frachtschiff ein und wir konnten die letzte und 62. Schleuse ohne Wartezeit entern. So ging es weiter. Vor uns keine Berufsschifffahrt. Schnell kamen wir voran. Bald kam der Schäferberg-Turm in Sicht. Wenig später kamen andere gewohnte Aussichten auf uns zu, wie der Grunewaldturm. Merkwürdig, das nach vier Jahren wieder aus der Perspektive zu sehen. Kaum in der Scharfen Lanke angekommen, hörten wir lautes Hupen- unser Empfangskommitee. Im Verein wurde darauf erst einmal das eine oder andere Bier verdrückt. Man hat ja Durst bei dieser Hitze! Das Aufräumen ist etwas für morgen.

Samstag, 28. Juli 2018

Das fängt ja gut an, Sportboothafen Calvörde - Brandenburg Bootscenter Chlupka

Das fängt ja gut an! Die bestellten Brötchen werden tatsächlich um 7.00 Uhr auf unserem Deck abgelegt. Kurz darauf können wir nach erfolgreichem Duschen und dem Klarieren von Naima ablegen. Nach dem rückwärts aus der Box fahren steckte Naima im Morast fest. Vorwärts konnten wir uns dann befreien. Der Tiefenmesser zeigte bereits 30 cm unter dem Kiel an und dann - mitten in der Ausfahrt - ein Knall und Naima sprang in die Höhe. Offensichtlich hatten wir einen Stein getroffen, den Naima dann zermahlen hat. Eine neue Schramme im Kiel wird die Folge sein! Nach langer Motorfahrt überquerten wir die Elbe und mussten dann an der Schleuse Hohenwarthe über eine Stunde in gleißender Sonne warten. Dann wurden wir komfortabel zusammen mit einem anderen Motorboot abwärts geschleust. An den 2 darauf folgenden Schleusen wurden wir dafür ohne Wartezeit sofort geschleust. Bei der letzten Schleuse des Tages - Wusterwitz - ergoss sich ein kräftiges Gewitter über uns. Wir beschlossen vor dem Eingang in den Brandenburger Schleusenkanal bei km 61 die Tagesreise zu beenden. Morgen noch eine Schleuse und 61 km Strecke. Heimat - wir kommen!

Freitag, 27. Juli 2018

Marina Heidanger - Sportboothafen Calvörde

Am Abend des Vortages waren wir nach der Beerdigung unseres Nachbarn in Berlin wieder zurück an Bord. Der ICE hatte uns schnell wieder zurück gebracht. Sogar ein Lidlbesuch war noch möglich. Nach einem Absacker im Hafenrestaurant, in klarer Vollmondnacht fielen wir frühzeitig in die Kojen, sodass wir unmittelbar nachdem am Morgen die Brötchen geliefert waren, ablegen konnten. Durch die kleine Einfahrt kamen wir auch wieder problemlos heraus. In der Schleuse Sülfeld, wurden wir hinter zwei Frachtern noch mit zwei Motorbooten in eine Kammer gestopft. Als fast alles gelaufen war, gab der hintere Frachter bei der Ausfahrt zu viel Gas, sodass sich die Motorboote nicht halten konnten und unseren Mast an die Schleusenwand drückten. Die Rücksichtslosigkeit des Frachters Edward war wieder einmal enorm. Wie weit fährt man heute? Gegen 17.00 Uhr kamen wir am Sportboothafen des Flecken Calförde vorbei. Schnell wurde die angegebene Wassertiefe getestet. Wir lagen in zweiten Stand weich fest. Wenig entfernt ein Hotel in dem am Abend Grillfest mit Livemusik gefeiert wurde. Wir mittendrin! Für das leibliche Wohl war gesorgt!

Mittwoch, 25. Juli 2018

Relax? Sachsenhausen - Marina Heidanger, 24.07.2018

Die Sonne brüllt bereits am frühen Morgen ins Schiff! Also, besser in Bewegung kommen. Stündlich steigt die Temperatur um mindestens 3 Grad. Wir haben eine lange Gerade vor uns - Mittellandkanal at its best - Gähn! In Hannover können wir unsere Dieselvorräte erneuern. Wieder ist Alles voll! Dann kommt die Schleuse Anderten, das Älteste, was der Kanal zu bieten hat. Keine Schwimmpoller und kräftig bergauf, mit heftigen Verwirbelungen, die uns ständig hin und her drängen. Da die benachbarte Schleusenkammer gesperrt ist, werden zwei Frachter und drei Sportboote in die Kammer gequetscht. Wir haben kräftig zu tun, Naima parallel zur Schleusenwand zu halten, aber es klappt alles! Trotzdem sind wir beide mal wieder ordentlich gestresst.
Unsere Ermittlungen im Internet zeigen jedoch, dass wir ein Problem mit unserem Tiefgang haben, um Naima nahe einer Bahnstation sicher zu vertäuen. Wir wollen morgen zu einer Beisetzung eines lieben Nachbarn nach Berlin reisen. Doch wir finden das Richtige! Im Stichkanal Salzgitter ist die Marina Heidanger. Wassertiefe 2 m und alles was das Herz begehrt, inclusive gutem Restaurant. Hier können wir Naima einen Tag allein lassen, ohne uns sorgen zu müssen. Wir buchen den ICE ab Braunschweig um 18.01 Uhr am 25.07. und sind am 26., nach der Beisetzung, wieder zurück. Bis dahin liegt Naima hier in einem Idyll. Ich hätte nicht gedacht in der Region zu Relaxen.

Montag, 23. Juli 2018

Sachsen, zum Zweiten , Dörenthe-Sachsenhagen

Bereits um 6.30 Uhr waren wir unterwegs. Der Tank war voll und die Reservekanister leer. Also versuchten wir an der Tankstelle am Eingang des Mittellandkanals diese wieder zu füllen. Grundsätzlich ging das, jedoch forderte die Tanke zum Preis von 1,44€/l noch einen Mindermengenzuschlag von 15,00€. Das war für uns zu viel des Guten. Ohne Reserven ging es weiter. Morgen werden wir versuchen zu tanken! Man hofft immer einen Liegeplatz zu erwischen, der noch eine abendliche Erholung bei Frischpils und Essen ermöglicht. In unserem Führer war Sachsenhagen, mit Sportbootanleger und Restaurantnähe angepriesen. Als wir jedoch am Abend ca. 40km vor Hannover dort ankamen, stellten wir fest, das der Sportbootanleger eine Farce war und alles weit entfernt der zu erwartenden Verköstigung. In dem Moment, als wir dort ankamen, klingelte eine Erinnerung. Hier waren wir auf dem Hinweg schon einmal und fanden es grausam. Also selbst kochen und dann Relax bei kaltem Dosenbier!

Sonntag, 22. Juli 2018

Erholsam - Castrop-Rauxel bis Dörenthe

Nach der morgendlichen Dusche im Gastgeberverein, waren die bestellten Brötchen bereits da. Kurz darauf legten wir auch schon ab. Gegen Mittag waren wir dann an der Schleuse Münster, die uns nach kurzer Wartezeit abwärts beförderte. Also ging es weiter. Bei km 99,5 des Dortmund-Ems-Kanals legten wir uns an den öffentlichen Anleger. Der Weg zum nächsten Restaurant erwies sich als nette Bewegungsübung. Das Restaurant hatte geschlossen. Beim Dönermann wurde dann ein frugales Mahl bestellt, das an Bord verspiesen wurde.