Freitag, 22. Juni 2018

Tag der verlorenen Flagge, 22.06.2018

Nach einer Nacht mit Gewitter und Regen beruhigt sich das Ganze relativ schnell. Wir beschließen heute doch noch einmal nach Venedig herein zu laufen! Zuvor muss noch die italienische Gastlandsflagge hoch gezogen werden. Sie hatte sich in Regen und Wind langsam von ihrem Platz unter der Saling entfernt. Als ich sie wieder hoch zog, hakte sie aus dem Flaggenhaken aus, der Haken oben die Flagge auf Deck - toll, das bedeutete für mich eine Klettertour in den Mast. Das machen wir aber erst nach dem Gang durch Venedig. Dann wollten wir los. Plötzlich entfernte sich auch unsere Nationale vom Flagstock - was ist denn heute los? Das Auge war ausgerissen, auch das etwas für eine Reparatur am Nachmittag.
Dann auf in die Stadt! Auf unserem Weg kommen wir am alten Arsenal vorbei. Hier wurde Marinegeschichte geschrieben. Aufgrund einer 50 Jahr Feier von Feretti - Yachts, einer Edelyachtschmiede im Arsenal, konnten wir kostenlos ins Marinemuseum. Im Museumshafen lagen Ferettischiffe ab 45 Fuß. Zusätzlich beteiligte sich Maserati mit Edelkarossen an der Präsentation. Schnell verließen wir wieder die Feier, da unsere legere Kleidung hier nicht passte. Das Arsenal war trotzdem ausgesprochen sehenswert. Es trieb uns kreuz und quer durch Venedig. In den kleinen Gassen konnte man den altertümlichen Flair inhalieren. Zwei Verschnaufpausen machten alles angenehm. Den Versuch in die Basilica San Marco zu kommen, haben wir aufgegeben, da wir nicht bereit waren uns an einer schier endlosen Schlange Touristen hinten an zu stellen.
Zurück am eigenen Boot wurden zuerst die Flaggen gerichtet. Die Kletterei wurde durch Gina an der Winch abgesichert und unterstützt. Schnell war das Gastland wieder unter der Saling. Die Nationale wurde von Gina repariert, sodass wir zum Glück alles wieder in Ordnung hatten, als 9 Düsenflugzeuge im Formationsflug die Italienische Nationale an den Himmel malten. Das alles für das Jubiläum von Feretti! Italien ist eben doch anders, da fliegen Militärjets noch.

Donnerstag, 21. Juni 2018

In und um Venedig

Heute sagte der Wettergott noch gutes Wetter zu, also nach dem Aufstehen mit einem Tagesticket der öffentlichen Verkehrsmittel durch Venedig. Gestern sind unsere Füße beim Laufen doch ganz schön heiß geworden. Zuerst zum Dom Saluti, der dann leider verschlossen war. Dann weiter mit der Linie 1 den Canale Grande hinauf. Gut dass ich nicht fahren muss! Alle Italiener fahren hier Vollgas und irgendwie. Rechts fahren, wozu? Eben irgendwie. Dann bis zur Rialtobrücke und in die benachbarte Kirche des Heiligen Salvator. Ein exzellenter Fußboden und ein toller Altar fällt ins Auge. Nach einer Verschnaufpause im Schatten lassen wir uns von den Öffentlichen nach Murano schippern. Hinter den vielen künstlerisch wertvollen Glasprodukten fällt die Schönheit des Ortes fast nicht auf. Nach intensiver Besichtigung sind wir hinreichend lahm und lassen uns wieder nach Saint Elena fahren, vorbei an Hafen, in dem Naima auf uns wartet. Übrigens in Saint Elena liegen die Überreste der Mutter des Konstantin, dem Gründer von Konstantinopel, die aufgrund ihrer vielen guten Taten heilig gesprochen wurde. Für uns ein guter Platz zu liegen.

Mittwoch, 20. Juni 2018

Marina Uno - Venedig (Marina Sant Elena)

In der heißen Nacht drehte der Wind um 180 Grad und frischte leicht auf. Ein Dank an der Stelle dem Wettergott. Am Morgen klingelte der Wecker um 5.00 Uhr. Der Wind hatte sich etwas gelegt, kam für uns immer noch aus der richtigen Richtung. Bereits um 6.00 Uhr waren wir auf dem Wasser, dass wir uns mit einigen Fischern teilten und wurden voran geschoben. Eine kräftige Strömung schob uns zusätzlich, vorbei an Bibione, diversen anderen Badeorten und an Jesolo. Wir waren dort in den 1970 Jahren auf einem Campingplatz. Diesen gibt es nicht mehr, dafür eine intensive Strandbebauung inclusive etlicher Wolkenkratzer. Die Anzahl der Sonnenschirme am Strand war beängstigend. Bereits gegen 12.00 Uhr liefen wir bei Punta Sabioni in die Lagune von Venedig ein. Zuerst musste eine Runde bis zum Marcusplatz gedreht werden. Es erforderte die ganze Aufmerksamkeit des Skippers, denn die öffentlichen Verkehrsmittel, Wassertaxis und private Boote fuhren kreuz und quer durcheinander. Anschließend fuhren wir zurück zur Marina Santelena und erhielten dort einen Liegeplatz direkt vor dem Restaurant. Nach einer Siesta gingen wir duschen, um anschließend guter Dinge durch Venedig zu wackeln. Irgendwo fanden wir ein Restaurant, das uns Speisen und Getränke verkaufte, um danach weiter durch Venedig zu tingeln. Inzwischen hatten interessante Geschäfte geöffnet. Vollkommen geschafft kamen wir, mit Einbruch der Dunkelheit bei Naima wieder an. Das diese Hitze einen so schafft - oder werden auch wir älter? Morgen muss der Autor noch einmal in die Stadt. Au weh!

Dienstag, 19. Juni 2018

Schlecht überlegt - Grado (Marina San Vito) - Lignano (Marina Uno)

Eigentlich hätte ich schon anfangen müssen kräftig nachzudenken, als mir der Hafen San Vito einen Platz anbot, jedoch erst gegen 14.30 Uhr. Das war die Zeit des Hochwassers. Grado hat Tide, die rund 80 cm beträgt. Ja, gegen 14.00 Uhr sind wir schon ganz gut in den Hafen gekommen, jedoch waren nur noch 20 cm unter dem Kiel in der Hafeneinfahrt. Gegen Morgen, 9.35 Uhr war Niedrigwasser - also nix mit Auslaufen! Die ganze Planung verändert sich dadurch. Wir werden gegen 14.00 Uhr Auslaufen und dann eben nur 12sm weiter bis Lignano fahren. Dort kommen wir zu jeder Zeit in den Hafen. Da für Übermorgen am Nachmittag Gewitter angesagt sind, werden wir aus Lignano am Morgen bereits wieder um 6.00 Uhr auslaufen um bis nach Venedig weiter zu fahren. (Soweit die Planung am 19.06. um 10.00 Uhr).
Die Ungeduld war riesig, also liefen wir bereits um 13.30 Uhr aus. In der Hafenausfahrt verringerte Naima die Fahrt, der Tiefenmesser zeigte 0,0 m unter dem Kiel an. Da alles Sand war, dürfte die Kielsohle jetzt wieder sauber sein. Dann waren wir plötzlich im Tiefen! Leider wehte das bisschen Wind auch noch gegenan, also 13 sm bis in die Marina Uno als Motorboot mit Mast. Dort angekommen erhielten wir in dem netten Resort - ich denke, Hafen ist dafür zu wenig - gleich einen Platz hinter dem Eingang. Ein total sauberer liebenswürdiger Hafen und 7 € billiger als Grado. Dann der Gang durch die Gemeinde - Lignano. Ein in den 1980 Jahren entstandener Urlaubsort mit unzähligen Ferienhäusern. Das schönste in dem Ort waren die riesigen Oleanderbüsche in Strandnähe. Jeder spricht hier besser deutsch als englisch, da der Ort fest in deutscher Hand zu sein scheint (inclusive Österreicher). Nach der Ortsrunde kommen wir zurück zu Naima und unter Deck stehen 32 Grad, ohne sich zu bewegen. Unser Freund - der Lüfter schafft Abhilfe! Morgen früh klingelt irgendetwas...... ach ja, der Wecker. Dann soll es nach Venedig gehen.

Montag, 18. Juni 2018

Monfalcone - Grado

Nach einer Verschnaufpause in Monfalcone, mit Einkaufstour vom eigenen Auto unterstützt, geht es nun weiter Richtung Venedig. Leider fehlt der Wind! Die Maschine treibt uns voran nach Grado. Dort laufen wir zuerst den alten städtischen Hafen mitten in der Stadt an. Durch einen langen Stichkanal mit Fischerbooten an beiden Seiten fahren wir in den alten Hafen. Wir hatten uns jedoch zuvor in der Marina San Vito angemeldet. Daher schippern wir nach einer Ehrenrunde wieder hinaus. Gleich hinter der Hafeneinfahrt von San Vito erhalten wir einen Liegeplatz. Die Sonne brüllt heiß vom Himmel. Wir beschließen erst nach 5 Uhr durch die alte Stadt zu laufen. Die zeigt sich dann von ihrer schönsten Seite. Die Basilika Sant' Eufemia stammt aus dem 5. Jahrhundert und überzeugt mit ihrem schlichten Erscheinungsbild, dass durch einen originalen Mosaikboden eindrücklich unterstützt wird. Die Gebäude der Altstadt mit den engen Gassen, Calli genannt, und die Plätze - Campielli - laden zum verweilen ein. So ließen wir uns in einer Pizzeria nieder um in aller Ruhe zu Abend zu essen. Schnell zog sich der Himmel zu und es fing an zu regnen. Naima war - genau so wie wir - nicht auf Regen vorbereitet. Nachdem wir die Pizza im Bauch hatten, beschlossen wir uns zum Boot zu begeben. Wieder verdunkelte sich der Himmel und wir erhielten eine Dusche mit Blitz und Donner. Da wir nun alle sicher entsalzt waren, erhielten wir zur Belohnung noch einen wunderschönen Sonnenuntergang. Übrigens Liegegebühr 65,00€ - mit sparen wird wohl nicht viel.