Wenigstens die Stadt ist sehenswert
Mittwoch, 6. Mai 2015
6. Etappe Sachsenhagen - Bad Essen - nicht unser Tag!
Wir hatten alles in Sehnde aufgefüllt, also konnten wir am Morgen nach dem Aufstehen gleich los. Frühstück während der Kanalfahrt. Nach dem Frühstück meldete sich bei Kilometer 104 plötzlich unser Motor, es gab einen Schlag an unserem Schiff und anschließend lief der Motor unrund. Erschütterungen des Schiffes ließen mich Fahrt herausnehmen. Ich glaubte eine Baum getroffen zu haben. Rückwärts Gas schien das Problem zu lösen, der Motor lief wieder runder jedoch nicht lange. Dann fing er an zu überhitzen. Die Tara kam uns zur Hilfe und zog uns hinterher. Ich stellte fest, dass der Wasserfilter aussah wie der Teefilter am Morgen, wenn man sich einen Tee aufbrühen will. Also ausspülen zusammenbauen und weiter geht's. Alles schIen wieder ok. Unser Ziel sollte Bad Essen darstellen. Wir kamen jedoch wegen 5 langsamen Frachtschiffen vor uns nur langsam voran. Die Unwetter vom Vorabend hatten den Mittellandkanal schwer verschmutzt. Also langsam über das Wasserstraßenkreuz über die Weser. Im Hintergrund die Porta Westfalica und dann weiter - schön langsam. Nach Unterlagen der Zeitschrift Boote sollte in Bad Essen ein Hafen mit 3m Wassertiefe sein. Als wir dort ankamen waren vor und hinter uns Berufsschiffe, sodass keine Zeit war viel zu überlegen. Also rein in den Hafen bei heftigen seitlichen Böen. 3m geben einem Sicherheit. Leider sollte sich herausstellen, dass die Einfahrt eine Querbarre hatte mit einer Wassertiefe von ca 1,75 m. Naima sprang aus dem Wasser und ließ sich nicht mehr bewegen. Wir lagen in der Einfahrt hoch, leider nicht trocken. Der nächste Frachter zog das Wasser aus dem Hafen, sodass sich unsere Naima beängstigend auf die Seite legte. Hubert kam uns von Land aus zur Hilfe. Er hatte in der Zwischenzeit angelegt. Wir versuchten mit zwei Enden die wir über Winschen spannten sowie Maschine voll Rückwärts wieder von der Barre herunterzukommen. Nachdem Hubert ins Wasser gefallen war, sich eine Rippe gebrochen hatte und wir vollkommen unverschämten Funkverkehr mit Schiffern erlebt haben, schwamm Naima wieder. Leute - ich dachte immer Arschlöcher leben in Berlin - nein!!! - sie fahren auf Binnenschiffen am Mittellandkanal! Statt wie über Funk gebeten, Fahrt aus dem Schiff zu nehmen, wurde weder Fahrt aus dem Schiff genommen noch die Schraube angehalten, sodass Naima fast ohne Wasser auf der Seite lag. A.-Loch! Wir schwammen wieder. Offensichtlich haben wir jetzt eine neue Delle im Gußeisen. Nun dann- Bad Essen hat einen neuen Jachthafen auf der Gegenseite des Kanals. Sieht toll aus - aber kommen wir da rein? Der neue Hafen soll für große Schiffe sein. Im Hafen lagen Schiffe, Eigner riefen auf Befragung- ja mindestens 2,5 m -. Also da langsam rein - und Bumms. Von wegen 2,5m. Ja nach einer Barre von 1,70 m. Jetzt reichts! Da wir sehr langsam einfahren wollten haben wir offensichtlich nur eine zusätzliche Delle im Kiel. Jetzt reichts, angelegt am Anleger für Fahrgastschiffe und dann kam das Gewitter mit gigantischen Böen. Sand und dreckiges Regenwasser landete auf unserem Deck. -toll. nachdem an diesem Tag der Wasserfilter schon einmal zugesetzt war wurde er erneut kontrolliert - und - wieder abgefüllt. Nun eine Aufgabe jeden Abend. Wenigstens nur 700m zum tanken und 100m zum Aldi. Gute Nacht!
5. Etappe - Sehnde - Sachsenhagen
Nachdem wir an der Außenpier in Sehnde noch Wasser getankt haben, sind wir mit etwas Verzögerung losgekommen. Heftiger Verkehr auf dem Mittellandkanal hat uns stark gebremst. Überholen der dicken Pötte lohnte nicht, da davor wieder einer langsam vor sich hin fuhr. Vor uns liegt die Hindenburgschleuse. Mit einem Hub von 14,7 m geht es nach kurzer Wartezeit nach zwei Partikulierern heftig abwärts. Nach wenig abwechslungsreicher Fahrt machen wir gegen 16.45 Uhr am Anleger Kleinfahrzeuge fest. Nach Anleger (Flasche Rotwein) Abendessen und abendlichem Absacker an Bord der Tara fallen wir ins Bett.
Montag, 4. Mai 2015
4. Etappe, Rühen - Sehnde
Das Wetter hatte sich mit Regen in der Nacht ausgetobt. Die Sonne schien und der Tag sollte nur eine Schleuse bringen. Vor unserer Standardzeit 10.00 Uhr wurde abgelegt. Vorbei am Volkswagenwerk, der Volkswagenarena, heftigem Treiben am Tor 1 (für die Besichtigungstouren) zur Schleuse Sülfeld. Dort 9,00 m am Schwimmpoller aufwärts geschleust. Bequem und schnell. Aus dem Elbeseitenkanal setzt sich ein Tanker vor uns und fährt langsam vor uns her. Überholen lohnt nicht, da andere davor genauso langsam sind. Also Schluss in Sehnde, beim MBC Sehnde.
Fahrräder auspacken, Tanken fahren und Lidl besuchen. Eine Maschine Wäsche sorgt für ultimative Sauberkeit an Bord -na, nach der Dusche im Vereinshaus. Morgen noch Wasser bunkern und wir sind wieder für mindestens vier Tage autark.
Fahrräder auspacken, Tanken fahren und Lidl besuchen. Eine Maschine Wäsche sorgt für ultimative Sauberkeit an Bord -na, nach der Dusche im Vereinshaus. Morgen noch Wasser bunkern und wir sind wieder für mindestens vier Tage autark.
3. Etappe Burg - Rühen (ehemaliger Grenzpunkt)
10.00 Uhr, das ist unsere Zeit. Der Tag langsam angewärmt, wir gewaschen, gestylt und gefrühstückt. Der Blick auf das Schiff verrät, Diesel noch genug, Öl ok, na dann los. Erstes Highlight des Tages - Schleuse Hohenwarthe und das Wasserstraßenkreuz Mittellandkanal über die Elbe. Fast ohne Warten konnten wir in das grandiose Bauwerk einfahren. Und dann geht es rd. 20m aufwärts. Wir hatten eine verständnisvolle Schleusenwärterin, sie hat uns vorsichtig nach oben befördert. Tara und Naima hatten die ganze Schleuse für sich. Danke für die sanfte Schleusung. Danach über die Elbe in der relativ neuen Trogbrücke. Unten die Elbe quer, schon irre! Nun Mittellandkanal. Viele Baustellen, viel Frachtverkehr und größere Frachter als in Berlin. Wo wollen die alle hin? In Rühen angekommen wird sogleich ein dort ansässiger Grieche gestürmt. Gutes Bier und gutes Essen, der Halt war klasse.
Sonntag, 3. Mai 2015
2. Etappe bis nach Burg
Nach 6 Std. Fahrt und drei Schleusen sind wir an einem öffentlichen Anleger in Burg fest. Zur Feier des Tages sollte ein Stadtrundgang und eine Kneipe her. Empfehlung der Einheimischen - der Rolandkeller. Doch Enttäuschung auf ganzer Linie. Der Rolandkeller hatte am Samstagabend wegen Reichtum geschlossen. Der Ort ist offensichtlich im 2. Weltkrieg von starker Zerstörung verschont geblieben. Viel alte Bausubstanz, die leider z.T. darauf wartet bearbeitet zu werden. Mit etwas mehr Engagement könnte Burg wieder toll werden. Nur eben jetzt noch nicht! Viele alte DDR-Wunden sind noch klaffend offen. Also was bleibt. Der Absacker an Bord! Unser Wein ist schon ok!
Unterwegs
Jetzt ist es tatsächlich so weit- wir sind unterwegs. Zwischen 10.00 Uhr und 11.00 Uhr wollten wir ablegen. Die Tara und Naima waren bereits um 10.00 startklar, also los. Viele unserer Klubkameraden, Freunde und Familie haben uns verabschiedet - mit lautem"getute".
Unsere erste Etappe führte uns bis Brandenburg an der Havel. Ein Stadtrundgang in der Buga-Stadt war interessant. Der Dom scheint für die 850 Jahrfeier gut gerüstet zu sein. Himmel und Menschen. Was soll das nur im Sommer werden?
Die Havel Marina hat für jede Leistung etwas extra haben wollen. So haben wir am ersten Tag auf Strom, Dusche und Müllentsorgung verzichtet.
Unsere erste Etappe führte uns bis Brandenburg an der Havel. Ein Stadtrundgang in der Buga-Stadt war interessant. Der Dom scheint für die 850 Jahrfeier gut gerüstet zu sein. Himmel und Menschen. Was soll das nur im Sommer werden?
Die Havel Marina hat für jede Leistung etwas extra haben wollen. So haben wir am ersten Tag auf Strom, Dusche und Müllentsorgung verzichtet.
Freitag, 17. April 2015
Zurück in der Heimat
Gestern ist wieder Naima ins Wasser gesetzt worden. Das Unterwasserschiff sieht sehr ordentlich aus. Die Hoffnung besteht, dass nun der Unterwasseraufbau die Anforderungen erfüllt, die an ihn gestellt werden. Die Zeit wird es zeigen. Insofern muss ich Yachttechnik Potsdam ein positives Agieren bescheinigen. Sie waren stehst bemüht, ein gutes Produkt abzuliefern. Die abgesprochenen Zeiten und Preise wurden eingehalten. Auch die abgesprochenen Regressarbeiten wurden wie vereinbart umgesetzt. Wenn es sich tatsächlich um einen Materialfehler handelt, der von Internationalfarben zu vertreten wäre, kann ich der Fa. Yachttechnik Potsdam einen guten Job bescheinigen!
Gleichzeitig sind die Arbeiten an der Kuchenbude durch Planenhandel Svendsen beendet worden. Ja, so hatten wir uns das vorgestellt. Die Erledigung der Arbeiten zeigt handwerkliches Können und Erfahrung. Jetzt ist unser Wintergarten an Bord fertig! Ein langes Thema ist nun gut beendet worden. Ich kann Svendsen mit gutem Gewissen weiterempfehlen. Svendsen hat im Gegensatz zum erstbeauftragten Tomek in Stettin gerade Nähte gefertigt und gutes Material verwendet. Svendsen erhält von mir nur gute Kritiken!
Also jetzt in den Endspurt!
Gleichzeitig sind die Arbeiten an der Kuchenbude durch Planenhandel Svendsen beendet worden. Ja, so hatten wir uns das vorgestellt. Die Erledigung der Arbeiten zeigt handwerkliches Können und Erfahrung. Jetzt ist unser Wintergarten an Bord fertig! Ein langes Thema ist nun gut beendet worden. Ich kann Svendsen mit gutem Gewissen weiterempfehlen. Svendsen hat im Gegensatz zum erstbeauftragten Tomek in Stettin gerade Nähte gefertigt und gutes Material verwendet. Svendsen erhält von mir nur gute Kritiken!
Also jetzt in den Endspurt!
Montag, 13. April 2015
Naima mit neuer Bauchbekleidung
Der Optimismus bei uns steigt wieder an. Nachdem Naima in der letzten Woche einen nackten Bauch hatte, ist sie heute wieder ordentlich bekleidet. Was hat sie nun wieder an? Eine Epoxid-Dickbeschichtung von Hempel und 5 Anstriche Hempel Epoxi-Primer. Danach wurden zwei Epoxid-Anstriche von West-System mit hohem Kupferstaubanteil als Antifouling aufgetragen. Nun wird Naima noch ein paar Tage an Land bleiben (bis Freitag) um schön hart und trocken zu werden, na und dann geht es in den Endspurt, sodass wir am 01. Mai ablegen können.
Samstag, 11. April 2015
Unterwasserstory Teil 3 b - oder: begebe dich direkt auf los und ziehe keine 7500,00 € ein
Am Dienstag nach Ostern war Naima nun eine Woche in der Werft. Es hat sich tatsächlich einiges getan. Alle Unterwasseranstriche waren wieder ab. Naima war an der Wand fixiert und wir konnten über eine Empore direkt einsteigen. Höher hätte unser Aufbau nicht seien dürfen. silent Wind und Antennen umgelegt. Dann voran!
Samstag, 4. April 2015
Reden ist Gold, schweigen schlecht!
Damit wir während unserer Reise mit unseren Freunden in Deutschland reden können, müssen wir ein Telefon haben. Dieses Gerät soll, aufgrund eines besonderen Tarifes der Vodafone, nun für uns in ganz Europa den Kontakt mit allen in der Heimat aufrecht erhalten. Dazu war ein Multitalent notwendig, dass uns mit allen Netzen im europäischen Ausland verbindet und uns auch den Mailverkehr als Hotspot ermöglicht. Daher mal wieder etwas Neues. Ein Handy, wassergeschützt, mit LTE Konnektivität, hoher Akkuleistung und und.... . Preislich sollte es sich unsere Bordkasse anpassen. Daher fiel unsere Wahl auf ein Sony xperia z3 Compact. Aufgepeppt mit der neuen Androit-software Lollipop hoffen wir jetzt gut vernetzt zu sein.
Kaum schwamm er, ward er schon wieder in der Werft! (Unterwasserstory Part 3)
Wie ihr in den älteren Posts nachlesen könnt, haben wir leichte Probleme mit unserem Unterwasserschiff. Yachttechnik Potsdam hat alles bis aufs Laminat heruntergeholt und anschließend in Epoxidharz -also Gelshield, mehrere Epoxidgrundierungen sowie Antifouling - auf Epoxibasis aufgebaut. Leider wurde bei einem Anstrich das Überstreichintervall nicht eingehalten, sodass sich die Anstriche nicht verbunden haben und nun bis dahin alles wieder runter muss. Yachttechnik Potsdam hat den Mangel anerkannt und hat mit uns vereinbart diesen innerhalb von drei Wochen in der Werft zu beheben. Also nach dem Abslippen direkt wieder in die Werft.
Mittwoch, 25. März 2015
Buchstäblich gekennzeichnet
Nun sind die Beschriftungen am Rumpf und der Badeplattform installiert. Nach einem Anruf bei Andreas Nies hat uns seine Firma Typographus die Namenszüge schnell und professionell erstellt. Wir haben sie heute im Nunsdorfer Ring abholen können und anschließend leicht aufkleben können. Überzeugt euch selbst.
Sonntag, 22. März 2015
Fwd: Einmal rund Westeuropa?
>
> Vor vielen Jahren hat uns das Reisefieber gepackt. Einmal um die Welt? Das erschien uns dann doch eine Nummer zu groß für uns und unsere "Naima". Also wuchs während einer Reise in die Türkei der Wunsch in Regina und mir: " Hier müsste man mit dem eigenen Schiff segeln". Mein Arbeitgeber ermöglichte mir eine Altersteilzeit-Regelung, so dass wir schon längere Zeit mit "kleinem" Einkommen leben müssen. Über die fünf aktiven Berufsjahre wurde das Schiff langfahrttauglich gemacht, -neue Maschine, neues Teackdeck, frisches Unterwasserschiff, Segel, Bimini, Windgenerator, Solarzellen, Bordtoilette, Außendusche, Badeplattform, LED-Beleuchtung, Funkgerät, AIS, Plotter, Wetterschreiber, Epirb, Rettungsinsel, Ankerkette, Seekarten usw. wurden angeschafft bzw. eingebaut. Jetzt scheint alles klar zu sein. Regina hat einfach ihren Job als Tagesmutter an den Nagel gehängt und so haben wir jetzt die Zeit um länger an Bord zu sein.
>
> Bloß wie kommt man dahin? Die Segelei über die Nordsee und den Atlantik ins Mittelmeer ist anstrengend und viel gegen die herrschenden Winde. Also warum nicht anders herum? Der Weg durch Frankreich über die Kanäle ist uns versperrt, da Naima 1,85 m ins Wasser reicht und die Franzosen nicht tief genug gebaggert haben. Schade! Alternative? Die Donau bis ins Schwarze Meer.
>
> Von Berlin ins Schwarze Meer? Das bedeutet für uns, von Berlin mit gelegtem Mast unter Maschine die Havel abwärts, durch den Mittellandkanal, den Dortmund-Ems-Kanal, den Rhein, den Main, den Main-Donau-Kanal, in die Donau und dann rund 2000 km mit der Donau bis ins Schwarze Meer. Durch 8 Staaten mit vielen interessanten Orten. Also dann los!
>
> Vorher muss Naima noch mal in die Werft, weil am Unterwasserschiff Nacharbeiten durch die Yachtwerft Potsdam vorgenommen werden und dann wollen wir Ende April starten.
>
> Wer ist wir?
> Wir das sind Regina und der Autor des Artikels, Michael Seiffert, mit der Naima, einer Granada 35 sowie Christiane und Hubert Burbach mit der Tara, einer Moody 34, die sich entschlossen haben mit uns das Abenteuer zu teilen. Also sind wir im Konvoi unterwegs und können uns gegenseitig unterstützen. Für uns vier wird damit alles etwas leichter. Wir hoffen, viele Erlebnisse auf unserer Reise einzusammeln und diese unserer Lebenserfahrung hinzuzufügen.
>
> Wir werden über unsere Erlebnisse regelmäßig berichten. Diese Berichte können auf unserer Homepage mit angeschlossenem Blog unter www.naima-berlin.de nachgelesen werden. Dort versuchen wir aktuell zu berichten und Bilder einzustellen. Da die Naima ein aktives AIS an Bord hat, können wir auch ständig über die App "Marine Traffic" geortet werden. Vielleicht sind ja mal Kameraden in unserer Nähe und möchten mit uns an Bord anstoßen? Die Möglichkeit besteht!
>
> Unser Ziel des ersten Jahres heißt Nord- Griechenland. Dort wollen wir unsere Schiffe zum Winter einlagern um die kalte Jahreszeit nicht an Bord verbringen zu müssen. Wir werden uns dann in ein Flugzeug setzen und Kameradschaft und Freundschaft in Berlin pflegen. Im Frühjahr des folgenden Jahres geht es dann weiter.
>
> Wann sind wir mit den Schiffen wieder im Spandauer Yacht-Club?
> Diese Frage können wir sehr leicht beantworten, da sie aus unserem Herzen kommt. Wir werden nur so lange unterwegs sein, wie wir Spaß an der Sache haben und der große Lenker allen Schicksals uns dazu die Zeit gibt. Da wir noch nie länger als 4 Wochen an Bord waren, können wir überhaupt nicht abschätzen, ob wir ggf. schon bald von der Enge zuviel haben oder mit anderen Situationen nicht klar kommen. Wir haben uns daher gegenseitig versprochen alles auf Start zurückzudrehen und aus diesen Erfahrungen unsere Schlüsse zu ziehen. Im schlimmsten Fall bedeutet das, dass wir schon bald wieder mit dem Schiff im Spandauer Yacht-Club festmachen. Sollten wir jedoch die Möglichkeit haben unsere Zeit zu genießen, werden wir voraussichtlich 5 - 7 Jahren das Schiff nicht in der Scharfen Lanke anbinden. Da wir uns alle Optionen offen halten, sollten wir auch erst unsere gesunde Rückkehr feiern, wenn es dann nach langer Zeit so ist. Bis dahin lasst uns das Abenteuer beginnen!
>
> Micki (Michael Seiffert)
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> Vor vielen Jahren hat uns das Reisefieber gepackt. Einmal um die Welt? Das erschien uns dann doch eine Nummer zu groß für uns und unsere "Naima". Also wuchs während einer Reise in die Türkei der Wunsch in Regina und mir: " Hier müsste man mit dem eigenen Schiff segeln". Mein Arbeitgeber ermöglichte mir eine Altersteilzeit-Regelung, so dass wir schon längere Zeit mit "kleinem" Einkommen leben müssen. Über die fünf aktiven Berufsjahre wurde das Schiff langfahrttauglich gemacht, -neue Maschine, neues Teackdeck, frisches Unterwasserschiff, Segel, Bimini, Windgenerator, Solarzellen, Bordtoilette, Außendusche, Badeplattform, LED-Beleuchtung, Funkgerät, AIS, Plotter, Wetterschreiber, Epirb, Rettungsinsel, Ankerkette, Seekarten usw. wurden angeschafft bzw. eingebaut. Jetzt scheint alles klar zu sein. Regina hat einfach ihren Job als Tagesmutter an den Nagel gehängt und so haben wir jetzt die Zeit um länger an Bord zu sein.
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> Bloß wie kommt man dahin? Die Segelei über die Nordsee und den Atlantik ins Mittelmeer ist anstrengend und viel gegen die herrschenden Winde. Also warum nicht anders herum? Der Weg durch Frankreich über die Kanäle ist uns versperrt, da Naima 1,85 m ins Wasser reicht und die Franzosen nicht tief genug gebaggert haben. Schade! Alternative? Die Donau bis ins Schwarze Meer.
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> Von Berlin ins Schwarze Meer? Das bedeutet für uns, von Berlin mit gelegtem Mast unter Maschine die Havel abwärts, durch den Mittellandkanal, den Dortmund-Ems-Kanal, den Rhein, den Main, den Main-Donau-Kanal, in die Donau und dann rund 2000 km mit der Donau bis ins Schwarze Meer. Durch 8 Staaten mit vielen interessanten Orten. Also dann los!
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> Vorher muss Naima noch mal in die Werft, weil am Unterwasserschiff Nacharbeiten durch die Yachtwerft Potsdam vorgenommen werden und dann wollen wir Ende April starten.
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> Wer ist wir?
> Wir das sind Regina und der Autor des Artikels, Michael Seiffert, mit der Naima, einer Granada 35 sowie Christiane und Hubert Burbach mit der Tara, einer Moody 34, die sich entschlossen haben mit uns das Abenteuer zu teilen. Also sind wir im Konvoi unterwegs und können uns gegenseitig unterstützen. Für uns vier wird damit alles etwas leichter. Wir hoffen, viele Erlebnisse auf unserer Reise einzusammeln und diese unserer Lebenserfahrung hinzuzufügen.
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> Wir werden über unsere Erlebnisse regelmäßig berichten. Diese Berichte können auf unserer Homepage mit angeschlossenem Blog unter www.naima-berlin.de nachgelesen werden. Dort versuchen wir aktuell zu berichten und Bilder einzustellen. Da die Naima ein aktives AIS an Bord hat, können wir auch ständig über die App "Marine Traffic" geortet werden. Vielleicht sind ja mal Kameraden in unserer Nähe und möchten mit uns an Bord anstoßen? Die Möglichkeit besteht!
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> Unser Ziel des ersten Jahres heißt Nord- Griechenland. Dort wollen wir unsere Schiffe zum Winter einlagern um die kalte Jahreszeit nicht an Bord verbringen zu müssen. Wir werden uns dann in ein Flugzeug setzen und Kameradschaft und Freundschaft in Berlin pflegen. Im Frühjahr des folgenden Jahres geht es dann weiter.
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> Wann sind wir mit den Schiffen wieder im Spandauer Yacht-Club?
> Diese Frage können wir sehr leicht beantworten, da sie aus unserem Herzen kommt. Wir werden nur so lange unterwegs sein, wie wir Spaß an der Sache haben und der große Lenker allen Schicksals uns dazu die Zeit gibt. Da wir noch nie länger als 4 Wochen an Bord waren, können wir überhaupt nicht abschätzen, ob wir ggf. schon bald von der Enge zuviel haben oder mit anderen Situationen nicht klar kommen. Wir haben uns daher gegenseitig versprochen alles auf Start zurückzudrehen und aus diesen Erfahrungen unsere Schlüsse zu ziehen. Im schlimmsten Fall bedeutet das, dass wir schon bald wieder mit dem Schiff im Spandauer Yacht-Club festmachen. Sollten wir jedoch die Möglichkeit haben unsere Zeit zu genießen, werden wir voraussichtlich 5 - 7 Jahren das Schiff nicht in der Scharfen Lanke anbinden. Da wir uns alle Optionen offen halten, sollten wir auch erst unsere gesunde Rückkehr feiern, wenn es dann nach langer Zeit so ist. Bis dahin lasst uns das Abenteuer beginnen!
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> Micki (Michael Seiffert)
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Dienstag, 17. März 2015
Das Baden wird vorbereitet- da bist du platt
Die Badeleiter wurde nun durch eine klappbare Badeplattform ausgetauscht. Beim segeln wird sie einfach hochgeklappt und liegt dann am Spiegel an. Die Badeleiter ist darin integriert. Damit ist nun alles für das Bad im Mittelmeer vorbereitet. Ebenso ist das im Mittelmeer übliche rückwärts anlegen nun erleichtert. Lasst es wärmer werden, damit wir endlich ins Wasser springen können.
Sonntag, 15. März 2015
Kampf den proletarischen rumänischen Blutsaugern
Da wir die Donau Richtung Osten fahren, kommen wir mit Lebewesen in Berührung für die wir als Mitteleuropäer willkommene Opfer sein sollen. Diese kleinen Mistviecher warten auf uns - als besondere Delikatesse. Sie kümmern sich meist nicht um die Eingeborenen, sondern stürzen sich auf mitteleuropäisches Frischfleisch. Gegen dieses Pack hilft nur vorbeugen. Also verrammeln wir alle Bootsöffnungen um die Viecher möglichst außenbords zu halten. Damit die Luft im Innern nicht zu knapp wird, müssen also überall Mückengitter her.
Samstag, 28. Februar 2015
Die Wetterstation überwacht bereits jetzt alle Wetterkapriolen
Da wir ein älteren Navtex-Empfänger an Bord hatten und der nur ganz bestimmte Wetternachrichten empfangen konnte mussten wir uns für das neue Revier mit neuer Technik ausrüsten. Die Mörer Wetterbox Wib 4 S empfängt neben den nationalen und internationalen Navtex-Meldungen auch über Kurzwelle die Wetterberichte des Deutschen Wetterdienstes. Der DWD sendet Wettermeldungen für das gesamte Mittelmeer, Nord-und Ostsee sowie Atlantik. Damit erhalten wir für unser gesamtes Reisegebiet immer alle Wettervorhersagen. Darüber hinaus zeichnet ein Barograph alle Luftdruckveränderungen mit.
Montag, 23. Februar 2015
Der Kettenkasten ist wieder voll
Im Mittelmeer werden die über 70 m Cromox-Kette gebraucht. Heute ist sie in den erweiterten Kettenkasten gezogen worden. Trotzdem ist jetzt noch Platz für Fender und Festmacher.
Freitag, 13. Februar 2015
Versicherungsprobleme II
Nachdem Maria Busch (unsere Versicherungsmaklerin) mit der ESA Kontakt aufgenommen hatte, unser Wertgutachten der Versicherung übermittelt wurde und wir erklärten, dass wir keinen anderen Weg - außer Landtransport oder über die Nordsee und Atlantik - aufgrund unseres Tiefgangs haben, hat sich die Versicherung doch bereit erklärt für 20% Aufschlag in der Zeit und eine angehobene Selbstbeteiligung, das Schiffchen zu versichern. Wir sollten es jedoch unter ständiger Aufsicht halten. Einen Punkt, den wir nicht gewährleisten konnten. Also erneute Intervention - nun also ohne ständige Überwachung! Also jetzt ist endlich versicherungstechnisch alles klar zur Abfahrt.
Mit viel Energie I
Da wir wohl hin und wieder ohne Stromversorgung von Land auskommen müssen, war die Erweiterung unserer Batteriekapazität notwendig. Nach vielen Recherchen sind wir nun zu einer amerikanischen AGM-Batterie gekommen. Diese Batterie wird in Golfcars und ähnlichen Geräten verwendet und erschien uns daher gut genug. Diese Art der Batterien ist auslaufsicher, verträgt großer Ladeströme und war mit einer Leistung von 260 Ah für uns genau richtig.
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