Donnerstag, 6. Juli 2017

Mittwoch, 5. Juli 2017

Tschüss Monte

Ein kleines Land mit unter einer Million Einwohnern hat uns beeindruckt. Die Menschen sind freundlich, wesentlich serviceorientierter als die Griechen, jedoch von den Häfen eben auch teurer. Man kann, sorglos sein Boot verlassen und findet es hinterher wohlbehalten wieder. Die Landschaft hat viel zu bieten und dann eben auch Häfen wie Porto Montenegro. Liegegebühr pro Nacht: 75 € . Jedoch mit allem was man braucht. Super Duschen, nette Restaurants, Wasser, Strom, Elektroautos die über Funk angefordert werden können um dich durch dieses riesige Gelände zu kutschieren und eine Assistence, die beim Ausklarieren aus Montenegro hilft.
So starteten wir gegen 8.00 Uhr um mit dem e-mobil zum Hafenmeister zu kutschieren. Dann mit Naima außen um den Hafen herum und an der Außenmole für die Border Police angelegt. Die Mole ist aufgrund ihrer Höhe für Schiffe gedacht, ..... nicht für Boote wie Naima. Jedoch kletternd kann man auch so von Bord kommen. Schnell war alles erledigt und wir konnten Richtung Caftat in Kroatien ablegen. Das Frühstück unterwegs war in der Bucht von Tivat ein Genuss. Der Blick in die Enge nach Koper fasziniert immer wieder. Vorbei an alten U- Boot Bunkern und an vielen schönen Ausblicken, schmeckt der Kaffe doppelt so gut. An der Südspitze von Kroatien angekommen weht uns ein leichter Hauch entgegen, der nicht ausreicht, die Segel zu lüften. Die See wird immer flacher und Naima immer schneller. Sie will offenbar auch in Caftat schnell einklarieren. Am Zollkai finden wir sofort für 100 Kuna eine Möglichkeit anzulegen. Anschließend nimmt uns der Habourmaster 500 Kuna für einen Monat Kurtaxe ab. Dann wird die Gefährlichkeit von Naima festgestellt (PS x Länge x Schlafplätze an Bord x ....). Damit waren wir nochmals 363 Kuna los. Entwicklungshilfe?
Anschließend zieht es uns in die benachbarte Bucht zum Ankern. Da Dubrovnik noch 6 sm entfernt ist und die Liegegebühr pro Tag bis zu 150,00 € beträgt, wollen wir einen kompletten Tag im Hafen zur Verfügung haben.
Der Abend endet mit tollem Sonnenuntergang und einem Ouzo. Der Grieche schmeckt an Bord auch in Kroatien.

Dienstag, 4. Juli 2017

Nach stürmischer Nacht

Die Wetterlage war insgesamt unauffällig und so verwunderte es um so mehr, dass in der Nacht im Abstand von 20 min. Sturmböen bis 7 Bft. durch den Hafen brüllten. Es entstanden kleine Wellen, die unter das Achterschiff knallten. Gemeinsam mit dem Heulen des Windes in den Wanten und Stagen ergab sich ein unruhiger Mix, der uns des Nachtschlafes beraubte. So waren wir früh wach, konnten duschen und frühstücken, ohne dabei von Anderen beobachtet zu werden. Dementsprechend verabschiedeten wir uns früh von dem netten Hafenmeister Novak Cobic (Tel.: +38267209995), der uns umfassend unterstützt hat. Die Sympathie war offensichtlich auf beiden Seiten. Er wollte uns am Liebsten nicht fahren lassen. Die Beschreibung im Hafenführer Beständig ist deutlich zu negativ ausgefallen. Somit lohnte sich der Besuch in Bar, jedoch sollte man an Steg 7 stets mit dem Bug zur Hafeneinfahrt liegen, um entstehende Miniwellen nicht als Bomben unter das Heck zu bekommen. Wir legten vor 9.00 Uhr ab, bei noch heftigen Böen. Hätte der Wind so angehalten, wären wir in kürzester Zeit unserem Ziel entgegen geflogen. Da wir unter Land segelten, mit Böen bis zu 6 Bft, konnten wir die wunderschöne Küste bestaunen. Eine Augenweide! Die ersten 15 Meilen vergingen wie im Flug, dann wie vorher gesagt, drehte der Wind langsam gegenan. Die letzten 10 sm fuhren wir unter Maschine direkt gegen den inzwischen frischen Wind, der dafür sorgte, dass Naima langsam wieder zum Salzhering wurde. Die Einfahrt zur Bucht von Tivat war gesäumt von alten Festungen, die offenbar nicht nur die Feinde abhielten, sondern auch die hohen Wellen. Innerhalb der Bucht konnte man sich nicht satt sehen. Alt ehrwürdige Häuser wechselten mit Neubaukomplexen und alten Marinebunkern. Segeln wie im Binnenrevier. Die mondäne Marina Montenegro hielt einen Platz für uns bereit, ganz hinten am Steg M unmittelbar neben dem excellenten Duschhaus. Morgen werden wir hier beim Hafenmeister ausklarierten und anschließend bei der Borderpolice uns verabschieden, um in der EU einzuklarieren.

Montag, 3. Juli 2017

Einen Tag Montenegro

Als wir heute am Morgen die Augen öffneten, heulte der Wind mit 34 kn. in den Wanten. Schnell war beschlossen, wir bleiben noch einen Tag in Bar und mieten einen Leihwagen um Budva, Tivat und Kotor zu besuchen. Unser netter Hafenmeister organisierte uns im Handumdrehen einen guten, kleinen Citroën C1 mit Klimaanlage. Sofort düsten wir mit Unterstützung unseres mobilen Autonavis Richtung Norden entlang der Küste. Die Küste erwies sich auch von Land aus gesehen als sehr reizvoll. Gepflegte kleine Ortschaften wurden von uns passiert. Von dem Ort Stari Stefan - gelegen auf einer kleinen Insel - konnten wir fast die Augen nicht lösen. Budva erwies sich als ein touristisches Zentrum mit vielen Hotels, hoch modern und sehr exclusiv. In Tivat angekommen, zog es uns gleich zur Marina Montenegro. Hier wurde schwer investiert! Alles unwahrscheinlich mondän. Hier werden wir mit unserem kleinen Bötchen auffallen. Eigentlich kein Ort für uns, aber hier werden wir aus Montenegro ausklarieren. Dort werden sie geholfen :). Schnell sind wir wieder ins Auto gestiegen um an der Küste entlang nach Kotor zu fahren. Mit einem Zwischenstopp zum Auftanken von Flüssigkeiten für die Autoinsassen in einer Beachbar am engen und reizenden Durchgang zum Gewässer vor Kotor sind wir staunend nach Kotor gefahren. Land und Gewässer sind ausgesprochen reizvoll anzusehen. Jedoch waren in Kotor auch zwei Kreuzfahrer und etliche Megayachten, die den Anblick auch genießen wollten. Der Hafen war nahezu voll und das Gewimmel von Menschen hält man nicht lange aus. Wir sind zum Glück mit dem Auto angereist und können dem Rummel wieder entfliehen. Mit Naima ist das schwieriger. Bevor wir jedoch flohen, durchkämmten wir die alte Stadt unter dem Fort. Eine wunderschöne, mittelalterliche, venezianisch beeinflusste Stadt. Jede Minute ein Genuss.
Uns trieb es trotzdem bald aus dem Trubel heraus. Der Weg zurück war schnell erledigt, sodass wir am Abend noch in Stari Bar in die tolle Konoba vom Vortag gehen konnten.

Sonntag, 2. Juli 2017

Bar, aber stari

Hier in der Gegend haben sich Türken und die Venezianer heftig um die Vorherrschaft gestritten, zu einer Zeit, als wir in Germanien noch in den Wäldern gelebt haben. So gibt es hier natürlich eine Old-Town, die erstmals 700 v. Chr. erwähnt wurde. Die Venezianer haben dann aus dem Ort eine Festung gemacht, die weit genug in Land ist, um Angreifer früh genug zu sehen und sie von einem Fort aus zu bekämpfen. In diesem Fort lebten viele Menschen, die sich durch die Anwesenheit der Soldaten sicher fühlten. Leider ist durch mehrere Erdbeben Vieles verloren gegangen, aber die wesentlichen Dinge, wie Palast, Hamam, Pulverkammer, Aquädukt und Zitadelle blieben erhalten. Unterhalb des Forts kann man in der Konoba Kula gut Essen. Ein echter Genuss. Wir haben jetzt volle Tanks an Bord von Naima und können morgen nach Kotor weiter ziehen.

Bar der Vernunft - 01. 07. 2017

Am Vortag haben wir in Montenegro einklariert, indem wir im Handelshafen fest machten, um hinterher zum Hafenmeister, zur Borderpolice und zum Customs zu marschieren. Dort erstanden wir eine Vignette für 26,36 € , die es uns ermöglicht bis zum 07. 07. in Montenegro zu verweilen. Nachdem wir dann in die Marina Bar umgezogen sind, legte hinter uns eine deutsche Hallberg Rassey mit Johannes und Hannelore Wulff aus Büchen an. Natürlich kam man ins Gespräch und es stellte sich heraus, dass Sie unseren Bericht über die Donaufahrt in der Zeitschrift der Kreuzerabteilung gelesen hatten. Am Folgetag berichteten wir darüber und die Wullfs erzählten über ihre Erfahrungen aus vielen Jahren des Segelns in Kroatien. Am Nachmittag wurden wir zu einem Kaffee eingeladen und erhielten viele Hinweise, wie wir uns in Kroatien am Besten Richtung Norden bewegen könnten. Emsig notierten wir die Erfahrungen in Revierführer Beständig. Die Erfahrungen sind ausgesprochen hilfreich und werden von uns gern genutzt. Herzlichen Dank dafür. Während des Tages war die Reinigung von Naima angesagt. Durch den starken Wind an der Albanischen Küste war Naima mit einer Salzkruste überzogen, von der wir sie gern befreien wollten. Am Abend gingen wir gemeinsam mit Wullfs essen, hatten ein vorzügliches Mahl im Restoran Aria mit Livemusik und fielen anschließend in einen entspannenden Nachtschlaf an Bord, da sich der Nordwestwind durchgesetzt hatte und kühlere Luft mit sich brachte.

Bilder zu Auszug aus dem Paradies