Dienstag, 4. Juli 2017

Nach stürmischer Nacht

Die Wetterlage war insgesamt unauffällig und so verwunderte es um so mehr, dass in der Nacht im Abstand von 20 min. Sturmböen bis 7 Bft. durch den Hafen brüllten. Es entstanden kleine Wellen, die unter das Achterschiff knallten. Gemeinsam mit dem Heulen des Windes in den Wanten und Stagen ergab sich ein unruhiger Mix, der uns des Nachtschlafes beraubte. So waren wir früh wach, konnten duschen und frühstücken, ohne dabei von Anderen beobachtet zu werden. Dementsprechend verabschiedeten wir uns früh von dem netten Hafenmeister Novak Cobic (Tel.: +38267209995), der uns umfassend unterstützt hat. Die Sympathie war offensichtlich auf beiden Seiten. Er wollte uns am Liebsten nicht fahren lassen. Die Beschreibung im Hafenführer Beständig ist deutlich zu negativ ausgefallen. Somit lohnte sich der Besuch in Bar, jedoch sollte man an Steg 7 stets mit dem Bug zur Hafeneinfahrt liegen, um entstehende Miniwellen nicht als Bomben unter das Heck zu bekommen. Wir legten vor 9.00 Uhr ab, bei noch heftigen Böen. Hätte der Wind so angehalten, wären wir in kürzester Zeit unserem Ziel entgegen geflogen. Da wir unter Land segelten, mit Böen bis zu 6 Bft, konnten wir die wunderschöne Küste bestaunen. Eine Augenweide! Die ersten 15 Meilen vergingen wie im Flug, dann wie vorher gesagt, drehte der Wind langsam gegenan. Die letzten 10 sm fuhren wir unter Maschine direkt gegen den inzwischen frischen Wind, der dafür sorgte, dass Naima langsam wieder zum Salzhering wurde. Die Einfahrt zur Bucht von Tivat war gesäumt von alten Festungen, die offenbar nicht nur die Feinde abhielten, sondern auch die hohen Wellen. Innerhalb der Bucht konnte man sich nicht satt sehen. Alt ehrwürdige Häuser wechselten mit Neubaukomplexen und alten Marinebunkern. Segeln wie im Binnenrevier. Die mondäne Marina Montenegro hielt einen Platz für uns bereit, ganz hinten am Steg M unmittelbar neben dem excellenten Duschhaus. Morgen werden wir hier beim Hafenmeister ausklarierten und anschließend bei der Borderpolice uns verabschieden, um in der EU einzuklarieren.